Caroline Bohlmann I Porzellan und Steinzeug aus dem Holzbrand
Ich arbeite seit 2001 mit einem Holzofen, der von früheren Keramikstudenten
der Universität
Kunsthochschule Kassel nach einem Olsen-Modell gebaut wurde. Im Studium
habe ich ihn im Team mit meinen Mitstudenten gebrannt, nach dem Examen 2004
konnte ich den Ofen übernehmen und nach Eschwege transportieren, wo
ich ihn mit Katrin Bohnacker und Ulrike Seilacher im Sodabrandverfahren
brenne.
Der Brand geht über 24 Stunden, ab 1200 Grad wird das Soda über
zwei Stunden in die zwei gegenläufigen Feuerkammern gegeben, später
wird phasenweise reduzierend gebrannt.
Nach einer zweistündigen Haltezeit auf 1260 bis 1300 Grad werden Feuerungen
und Schornstein verschlossen, der Ofen kühlt über drei Tage langsam
ab.
Nach dem Öffnen halten Freude und Überraschung Balance, die Gewöhnung
an die von Soda und Feuer so veränderten Stücke braucht Zeit.
Erst nach und nach lassen sich immer neue Bilder auf ihrer Oberfläche
entdecken. Stücke, die beim Ausnehmen unbeachtet waren, zeigen bei
längerem Betrachten ihre Schönheit und Einzigartigkeit.
Ich drehe mit rotem und weißem Steinzeug eigener Mischung und mit Limoges-Porzellan, engobiere und glasiere (Shino-, Ascheglasuren) wenig, Farben und Glasur entstehen im Brand durch Soda- und Ascheanflug, durch die Setzweise im Ofen und durch die Brenntechnik. Die größeren Stücke werden ganz oben dem direkten Anflug von Soda und Asche ausgesetzt und erhalten dadurch extreme Spuren - zarte Färbungen und Strukturen finden sich auf Stücken, die geschützter und weiter unten stehen.
Jedes Stück aus dem Holzbrand ist ein Unikat!
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Becher, Porzellan, h 8 cm, innen Transparentglasur, Sodaanflug, 1280 °C
- Caroline Bohlmann
- Ausbildung zur Scheibentöpferin
bei Helga Buhk, Schleswig,
Gesellenprüfung 1996 - Studium Produkt-Design, Kunsthochschule Universität Kassel
- Studium Freie Kunst/ Schwerpunkt Keramik bei Prof. Ralf Busz,
Kunsthochschule Universität Kassel,
Examen 2004 - Meisterschülerin von Prof. Ralf Busz
bis 2005 - Übernahme des Holzofens und Aufbau der eigenen Werkstatt in Eltmannshausen
bei Eschwege,
seit 2005 freischaffend - 2008 "Kunst und Integration", LOS-Projekt (Lokales Kapital für Soziale Zwecke), Gestaltung einer Mosaik-Skulptur für den öffentlichen Raum mit Migranten
- Mitglied im BBK Kassel, Keramik Centrum Kellinghusen, Kunstverein Eschwege


